»Wie Sie mit konkreten Employer-Branding-Maßnahmen Ihr Hotel nachhaltig in die Zukunft führen. Christina Feuchthuber hat dies untersucht und gibt uns hinreißende wie verblüffende Ideen, die sie in den Johannesbad Hotels derzeit umsetzt.«

Sie ist erst 22 Jahre jung und hat doch schon so viel zu sagen. In der Geschäftsbereichsleitung Hotellerie beschäftigt sich Christina Feuchthuber überwiegend mit der Employer-Branding-Strategie und dem Personalmanagement. Als Speakerin auf dem Deutschen Hotelkongress vertrat sie in öffentlichen Podiumsdiskussionen die Anliegen ihrer jungen Kollegen. Sie verblüffte uns dort mit ihren Ideen und entzückte uns während des Podcast-Interviews

 

Das Gehalt ist nicht entscheidend für die Mitarbeitermotivation.

Es gibt sie noch. Die Hoteliers, die vom Namen ihres Hauses leben und lediglich an der Gehalts- und Urlaubstageschraube drehen, um sich damit als attraktiver Gastgeber zu etablieren. Doch darüber schüttelt nicht nur die jüngere Generation heutzutage verständnislos den Kopf.

 

Wertschätzung ist und bleibt das große Stichwort.

Neben Dingen, die selbstverständlich sein sollten, wie der faire Umgang mit den Überstunden, spielt die Wertschätzung eine der wichtigsten Rollen in der Motivation und Bindung von Angestellten in der Hotellerie. Dies wurde in allen Diskussionen und Interviews zum Thema beim Deutschen Hotelkongress 2019 in Berlin mehrfach thematisiert. 

 

Doch wie gelingt Wertschätzung in einem Betrieb?

In erster Linie geht es darum, den Mitarbeiter mit seinen Fähigkeiten aber auch mit seinen eigenen, privaten Belangen mit in den Hotelalltag einzubeziehen, erklärt Frau Feuchthuber.

Als Vorgesetzter ist es wichtig, eine persönliche Bindung einzugehen, Bescheid zu wissen und sich wirklich mitverantwortlich für die inner- wie außerbetrieblichen Sorgen seiner Angestellten zu fühlen.

 

»Wenn Mitarbeiter gewertschätzt werden, dann blühen sie auf in ihrem Job. Dann werden Sie herzlich. Dann können Sie die Gastlichkeit Leben.«

 

Den Mitarbeiter als Menschen in den Mittelpunkt stellen.

Außerbetrieblich ist es wichtig, bei privaten Belangen den Mitarbeiter aktiv zu unterstützen. Bspw. in dem man ihm bei der Wohnungssuche hilft, Teilzeitarbeit gewährt, in akuten Situationen Dienstpläne umschreibt oder auch mal einen Mitarbeiter früher nach Hause schickt, wenn es dort brennt. Den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, sollte oberstes Anliegen des Managements sein.

 

Verantwortung übertragen und Herausforderungen bieten.

Innerbetrieblich bedeutet dies, dem Team Verantwortung zu übertragen und es an Entscheidungsprozessen mitwirken zu lassen. Christina Feuchthuber durfte bereits konkrete Herausforderungen meistern. Ihr wurden eigenständige Projekte übergeben. So kann sie ihre Leistung unter Beweis stellen.

Zudem reist sie zu Kongressen und Veranstaltungen, um etwas in der Hotelbranche zu bewegen, Employer-Branding-Maßnahmen zu diskutieren und für die Anliegen ihrer jungen Kollegen Wort zu ergreifen. Das motiviert sie selbst ganz besonders.  

 

Ade „Weil das so ist!“

Die jungen Angestellten wollen mitentscheiden, gehört werden und auch ihre Ansichten besprochen wissen. Der Satz „Das haben wir immer schon so gemacht.“ zählt schon lange nicht mehr. Es muss mehr kommuniziert werden, um gemeinsame Lösungen zu finden.

Also fördert und praktiziert Ralf Müller, Geschäftsbereichsleiter Hotellerie Deutschland und Österreich der Johannesbad Holding, den ehrlichen, direkten Austausch mit den Mitarbeitern. So ist es nicht verwunderlich, dass das Ansehen des Arbeitgebers sehr gut ist. Das unterstreichen auch die Ergebnisse aus konkreten Mitarbeiterbefragungen.

 

»Auch mit kleinen Gesten kann man schon viel bewegen.«

 

Kleinigkeiten wie große Projekte. Die Mischung machts.

Ein einfaches Lob. Ein ernst gemeintes „Danke“. Der Tankgutschein für das Personal, das weiter weg wohnt. Oder das frühere Nachhausegehenlassen, weil man die Überstunden des Mitarbeiters im Kopf hat und unaufgefordert abbauen möchte; das sind Dinge, mit denen Mitarbeiterbindung gelingt.

Größere, motivierende Projekte sind dann besonders vielversprechend und auch zielführend für den Unternehmenserfolg, wenn sie die verschiedenen Abteilungen oder Häuser übergreifend mit einbinden und auch einen Zusatznutzen für das Hotel selbst generieren.

 

„Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter fit und gesund bleiben.“

Christina Feuchthuber, die Tourismus mit Gesundheitswesen studiert hat, ist dies genauso wichtig wie Ralf Müller, ihrem geschäftsführenden Vorgesetzten. Er ist der Ideengeber und mutig genug, Verrücktes umzusetzen. Wie bspw. den „Mallorca Marathon“. Ein Projekt, bei dem zehn Mitarbeiter häuserübergreifend in elf Monaten auf den Zafiro Palma Marathon vorbereitet werden. Egal wie fit, welchen Alters oder welcher Anstellungsart die hoteleigenen Bewerber sind.

 

Mallorca-Marathon-Team, Johannesbad Hotels

Joggingschuhe für den Hotelerfolg.

Wer mitmacht, bekommt eine komplette Sportausrüstung, Sonderurlaub für die öffentlichen Aktivitäten, medizinische Betreuung, einen Laufplan, die Teilnahme- und Reisekosten am Marathon in Mallorca sowie die Möglichkeit, noch eine weitere Person dorthin kostenfrei mitzunehmen.

Auch für die Mitarbeiter, die nur mitfiebern, ist der Lauf und die Vorbereitung dazu ein willkommenes Spektakel. Vom 23- bis zum 63-Jährigen sind alle Altersgruppen vertreten. Fanclubs bilden sich. Ein Wir-Gefühl macht sich breit. Medienwirksam ist dieses Projekt überdies. Werden doch Videotagebücher und Hintergrundgeschichten online gestellt wie vermarktet. Wer möchte da nicht gerne Mitarbeiter sein?

 

Fürsorge wird großgeschrieben.

Eine weitere Employer-Branding-Maßnahme gibt es für die dienstunfähigen Mitarbeiter. Fällt ein Angestellter über fünf Tage aufgrund von Krankheit aus, bekommt er kein Stirnrunzeln, –  wie man annehmen möchte, – sondern ein Gesundheitspäckchen nach Hause geschickt. Darin enthalten ist alles, was helfen könnte: Tee, Hustenbonbons, Taschentücher, Desinfektionsmittel, Gummibärchen für die Seele, eine Gutebesserungskarte … Liebevoll etikettiert mit aufmunternden Sprüchen in den unterschiedlichen Sprachen der Mitarbeiter versehen.

Gleichermaßen wird vorgesorgt: Ist es heiß im Sommer, bringt ein Eiswagen den Angestellten kostenloses Wohlbefinden in die Johannesbad Hotels.

 

»Der Mitarbeiter als Mensch sollte im Fokus des Managements stehen.«

 

Bei Not-am-Mann helfen Rentner aus.

Das Personalmanagement setzt mehr und mehr auf Teilzeitarbeit, Home-Office, wo es möglich ist, und diskutiert die 4-Tage-Woche.

Engpässen im Mitarbeiterstab wirkt die Hotelgruppe u.a. mit der stunden- oder tageweisen Einstellung von Senioren entgegen. Für kleinere Betätigungen ist eine Hotelfachausbildung meist nicht nötig. „Die Rentner bleiben fit, bekommen eine Aufgabe, haben Bewegung und sind auch für unser Hotel eine große Hilfe, wenn wir Unterstützung brauchen“, fasst Frau Feuchthuber zusammen. 

 

Als nächstes sind die Aufenthaltsräume der Mitarbeiter an der Reihe.

Um den Angestellten noch mehr Wohlfühlatmosphäre und Bereiche zum Entspannen während der Pause zu ermöglichen, werden gerade die Mitarbeiterräume umgestaltet. An der Ausstattung mit Kickertisch und Leseecke wie dem allgemeinen Verschönern der Räume wirken die Mitarbeiter selbst mit.

Was das leibliche Wohl anbelangt, dürfen die Angestellten im hauseigenen Restaurant Platz nehmen und bekommen eine gute Küche aufgetischt.

 

»Mit der Verbesserung des Auftretens unserer Mitarbeiter binden wir auch die Gäste.«

 

Prestigereiche Azubi-Aufgaben fördern Zusammenhalt und  Engagement.

Für eine große Aufregung und einen Extraschub Motivation sorgt derzeit das Auszubildenden-Projekt. Jedes Jahr bekommen die Lehrlinge eine Aufgabe gestellt, mit der sie sich beweisen können. Sie fördert das Teambuilding und zahlt auch auf das Image der Hotelgruppe ein.

 

Ein Riesenrad wird zum Mehrwert.

In diesem Jahr ist die Herausforderung für die Lehrlinge besonders pompös. Die Idee von Direktor Ralf Müller ist es, ein Riesenrad für die Gäste im Sommer aufzustellen, in dessen Gondeln unterschiedliche Dienstleistungen angeboten werden. Da wird es Maniküre geben, eine Autorenlesung ist in Planung. Die Auszubildenden dürfen dafür Außenstehende engagieren und können hier auch selbst aktiv werden.

 

Einen Coach für die Angestellten.

Aber auch das übrige Personal soll sich weiterentwickeln können. Der Hoteldirektor holt sich dazu die externe Unterstützung von Coaches und Persönlichkeitsentwicklern, die ihn und sein Team langjährig unterstützen, ins Haus. In erster Linie geht es um die Optimierung der Kommunikation: Wie kommuniziert man offen, auf Augenhöhe und so, dass beide Seiten weiterkommen? Wie funktioniert ein rund laufendes Team? Aber auch um das Gespräch mit den Gästen: Wie geht man mit Gästebeschwerden um? Wie lebt man Gastgebertum? 

 

Marina Hobi, Christina Feuchthuber, Lisa Boje, Deutscher Hotelkongress 2019, InterContinental, Berlin

Herzlichkeit als Hauptmotivator.

Folgerichtig steht 2019 unter dem Schlüsselwort der „Herzlichkeit“. Eine Offensive, bei der ein Jahr lang die Mitarbeiter trainiert werden und sich in Workshops persönlich weiterentwickeln. Sie lernen ihre eigenen Verhaltensmuster kennen, und wie sie sie optimal einsetzen können. Sie verstehen ihr Gegenüber mit dessem anderen Verhaltensmuster besser einzuschätzen. Können so ruhiger und klarer reagieren.

 

Verständnis schafft Mitdenken und Mitgefühl. Das wiederum schafft Vertrauen.

Und alles zusammen führt zu kreativeren Ideen, runderen Abläufen und ein besseres persönliches Standing. So werden nicht nur das Image des Hauses wie die Zufriedenheit des Gastes deutlich gehoben. Es lässt auch die Mitarbeiter selbst aufblühen. Sie überzeugen mit ihren authentischen Gastgeberqualitäten auf ganzer Linie.

 

Ein Polaroid erzählt Geschichten.

Besondere Momente, die während des Tagesgeschäftes mit dem Gast passieren, werden auf Polaroid-Bildern festgehalten. Es entsteht eine Pinnwand der Herzlichkeit, die auch im Web zu sehen ist. Authentisch, liebenswert wie lohnenswert. Eben aus dem echten Hotelleben. Was ein wunderbares Verkaufsargument darstellt, für den Gast wie auch für potenzielle Mitarbeiter.

 

»Es ist ganz wichtig, dass man in der Hotellerie Wertschätzung ausdrückt.«

Gäste wollen die Bindung zu den Mitarbeitern eingehen.

Mit der Herzlichkeits-Offensive werden die Johannesbad Hotels dem wachsenden Anspruch ihrer Gäste gerecht, stärker in den persönlichen Kontakt zum Hotelpersonal zu treten. High Touch soll vermehrt gelebt werden, ohne dass es aufgesetzt wirkt oder anstrengend wird.

Dies bildet einen wichtigen Pfeiler der Strategie zur Gästebindung. Was voraussetzt, dass man sein Personal langfristig an sich bindet, damit eine Mitarbeiter-Gast-Beziehung überhaupt stattfinden kann. Umso wichtiger ist es, auf Employer Branding zu setzen.

 

Mitarbeiter wollen Anerkennung auch vom Gast.

Andersherum, – das ist für Christina Feuchthuber klar, – ist es wichtig, dass die Mitarbeiter nicht nur die Wertschätzung aus den eigenen Reihen erhalten, sondern dass auch die Gäste die Arbeit des Hotelteams anerkennen. Nichts motiviert mehr als ein Gästelob und macht vieles einfacher.

 

Besondere Leistung sollte seinen Preis wert sein.

Es ist eben nicht selbstverständlich, dass Hotelangestellte lange, an Feiertagen und Wochenenden für den Gast arbeiten und ihn dabei hofieren. Es sollte auch nicht normal sein, alles immer zum Schnäppchenpreis erhalten zu wollen. Besondere Leistung, perfekter Service und gutes Essen haben ihren Preis. Genau hier bedarf es noch ein großes Stück des Umdenkens in den Köpfen der Gesellschaft.

Und da werden die Gäste der Johannesbad Hotels sicher mitgerissen, wenn sie dem Charme und der Herzlichkeit der geschulten Mitarbeiter unterliegen.

 

Welche Riesenrad-Idee verleiht Ihnen, Ihrem Team und Ihren Besuchern einen Höhenflug?

 

Wann entscheiden Sie sich dafür, in Employer-Branding-Maßnahmen verstärkt zu investieren?

Sie haben nichts zu verlieren. Sie können nur gewinnen.

Ihre

P.S.: Ich freue mich, dass es die Gleichstellungsdebatte gibt und wir Frauen immer öfter vorne mitgehen. Gleichwohl schreibe ich der Einfachheit halber wie aus Überzeugung, dass es kein „MitarbeiterInnen“ braucht, um weibliche Stärke zu zeigen, meine Artikel und Beiträge im gendernonkonformen Stil. Damit möchte ich niemanden abwerten. Im Gegenteil. Besten Dank für Ihr Verständnis.

Mehr zu Christina Feuchthuber, dem Mallorca Marathon und den Johannesbad Hotels finden Sie hier:

www.Johannesbad-Hotels.com

https://Mallorca.Johannesbad.de/

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